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Pressemitteilung der GVU vom 18. Dezember 2009
Berlin, 18. Dezember 2009. Die diesjährige, ordentliche Mitgliederversammlung der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) hat am 03. Dezember in den Räumen der FilmFörderungsAnstalt (FFA) stattgefunden. Dabei stand der weitere Ausbau der Organisation zum Kompetenzzentrum für Urheberrechts- und Leistungsschutz sowie eine Neuordnung des Vorstands im Vordergrund.

GVU ab 2010 auch im TV-Segment tätig
Neben der Unterhaltungssoftware wird die GVU-Mitgliederstruktur künftig nahezu alle Verwertungsstufen im Bereich Film umfassen: Im Rahmen der Versammlung wurde der Beitritt von Sky Deutschland zum 1. Januar 2010 verkündet. Dr. Holger Ensslin, Vorstand Legal & Regulatory Affairs von Sky Deutschland begründet den Schritt: "Sky Deutschland setzt sich aktiv für den Schutz hochwertiger Inhalte ein und unterstützt die Aktivitäten der GVU gegen Urheberrechtsverletzungen. Deshalb hat sich Sky auch für eine Mitgliedschaft bei der GVU entschieden."

GVU-Geschäftsführer, Dr. Matthias Leonardy, begrüßte diese strategische Entscheidung: "Ich freue mich sehr, Sky Deutschland als erstes Mitglied aus dem TV-Segment in unseren Reihen willkommen zu heißen." Dies vervollständige die durch die Mitglieder dieser Organisation abgebildete Solidargemeinschaft der Kreativwirtschaft, führte der GVU-Geschäftsführer weiter aus. Der Premium-Pay-TV-Sender und Video-on-Demand-Anbieter bringe reichhaltige praktische Erfahrung im technischen und rechtlichen Schutz von kreativen Inhalten ein, erläuterte Leonardy.

Mit Blick auf die zunehmende illegale Verfügbarkeit von Fernsehinhalten im Internet verwies er erneut auf die hohe Bedeutung gemeinsamen Handelns aller beteiligten Branchenzweige der Filmwirtschaft. Denn erst die branchenspezifische Solidargemeinschaft, die sich nicht zuletzt in der FFA und der gemeinschaftlichen Finanzierung von spartenübergreifenden Anliegen und Projekten niederschlägt, schaffe notwendige Ressourcen und entsprechendes Gewicht im Kampf gegen die illegale Verwertung. Dies betonten sowohl Leonardy als auch der Vorstandsvorsitzende Sommer. Die Bündelung der politischen Kommunikation von Produzenten, Verleihern, Kinos, TV-Sendern und Video-on-Demand-Anbietern über die in Berlin ansässige GVU nehme dabei eine zunehmend wichtige Rolle ein.

Neue Zusammensetzung des GVU-Vorstands
Den Vorstand Recht bei Sky Deutschland, Dr. Holger Enßlin, wählte die GVU-Mitgliederversammlung als Vorsitzenden des Technik-Ausschusses in den GVU-Vorstand. Für den Bereich Finanzen votierte das Vereinsorgan für Ralph Tübben von Universal Pictures. Als Vertreter der unabhängigen Videowirtschaft wurde Jan Rickers von Kinowelt in den Vorstand gewählt. Erneut bestätigt wurde Christian Sommer von Warner Bros. als Vorstandsvorsitzender. Und auch Olaf Wolters vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), Michael Panknin vom Interessenverband des Video- und Medienfachhandels (IVD) sowie Vincent de La Tour von Twentieth Century Fox bestätigte die Versammlung in ihren Ämtern.

Die beiden bisherigen Vorstandsmitglieder Ulrich Raum (EuroVideo) und Klaus-Peter Schulte (arvato digital services) standen für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung. Dazu Christian Sommer: "Beiden Vorständen gebührt unser ausdrücklicher Dank für die jahrelange Arbeit in diesem Führungsgremium - gerade unter den schwierigen Rahmenbedingungen der letzten beiden Jahre."

GVU-Aufgaben in 2010
Die Organisation, stellte GVU-Geschäftsführer Leonardy erneut klar, werde weiterhin die Ermittlungsbehörden bei der Durchführung von Strafverfahren gegen kriminelle Intensiv-Raubkopierer unterstützen. Dies gelte insbesondere für das Vorgehen gegen digitale Hehler, die Dritten Urheberrechtsverletzungen im Internet aktiv ermöglichen. Der Wissenstransfer von der GVU zu den Staatsanwaltschaften unterstütze dabei den staatlichen Verfolgungsauftrag beim Urheberrechtsschutz erheblich. Zusätzlich werde die GVU ihre Rolle als erste Anlaufadresse für Mitglieder aus dem Games- und Filmbereich zur Orientierung über geeignete Schutz- und Sanktionsmöglichkeiten weiter ausbauen - auch und gerade wegen der andauernden Auswirkungen der Finanzkrise auf die Kreativwirtschaft. Dazu gehöre auch, so Leonardy weiter, die Bereitstellung von Expertise im Bereich des zivilrechtlichen Vorgehens und technischer Schutzmöglichkeiten, ohne diese selbst zu betreiben. Insbesondere werde die GVU auch weiterhin selbst keine Abmahnungen an Nutzer verschicken.

Hinsichtlich verstärkter Sicherheitsmaßnahmen bei Kinovorführungen, die einem erhöhten Abfilmrisiko unterliegen, benannte Leonardy die Suche nach wenig einschneidenden, neuen Ansätzen als anstehende Aufgabe. Alternativen zu bisherigen Maßnahmen sieht der GVU-Geschäftsführer in technischen Lösungen, die Abfilmversuche automatisiert erkennen können. Diese würden weder den Filmgenuss der Kinobesucher in irgendeiner Weise beeinträchtigen, noch ergäben sich datenschutzrechtliche Fragestellungen durch ihren Einsatz.

Politische Perspektiven
In der politischen Arena prognostizierte der wiedergewählte GVU-Vorstandsvorsitzende, Christian Sommer, für die neue Regierung einen stärkeren politischen Handlungswillen für einen funktionierenden Urheberrechtsschutz als dies für die vorige galt. Er verwies auch auf die damit einhergehenden politischen und gesellschaftlichen Diskussionen, welche die Kreativwirtschaft stärker denn je prägen müsse. Insbesondere in der Kakophonie scheinbar politischer Meinungsäußerungen von Urheberrechtsgegnern müsse eindeutig Stellung bezogen werden, führte Sommer aus.

GVU-Geschäftsführer Leonardy formulierte erneut seine Erwartungen an Internet-Zugangsanbieter, an der Lösung der Internetpiraterie mitzuwirken. Zudem wies er auf die notwendige engere Verzahnung der Rechteinhaber mit Brüssel hin. Die Vertretung ihrer berechtigten Schutzinteressen müsse als gemeinsame Aufgabe mit den europäischen Nachbarn begriffen und angegangen werden.


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